Über unser Erasmus+ Projekt

Der Hintergrund des Projektes ist die Herausforderung der Flüchtlingskrise von 2015: Tausende zum Teil sehr junger Migranten machten sich auf den Weg nach Europa auf der Suche nach Schutz und einer besseren Zukunft. Die Zivilgesellschaften vor allem der aufnehmenden westeuropäischen Länder stehen seither vor der Aufgabe der Integration dieser Menschen. Die Schulen als Teil der Gesellschaft leisten ihren Teil: Am AGB (August Griese Berufskolleg) existieren seit Frühjahr 2016 sogenannte „Internationale Klassen“ (IK), deren erste Aufgabe die Vermittlung der deutschen Sprache ist. Als Berufskolleg hat die Schule als zweites Ziel, berufliche Grundlagen für Migranten zu vermitteln. Für den Bereich der Informationstechnik, einer Schlüsselbranche der zukünftigen Arbeitswelt, bestand jedoch noch kein Konzept, um dieses Berufsfeld jungen Flüchtlingen näher zu bringen.

Eine Zielsetzung war es darum, gemeinsam mit einer Partnerschule aus der europäischen Nachbarschaft an dieser Aufgabe zu arbeiten und einen möglichst einfachen Lernträger zu entwickeln, mit dessen Hilfe Grundlagen der IT bzw. der Microcontrollerprogrammierung vermittelt werden können. Dieser Lernträger sollte im Laufe der Projektlaufzeit seine Tauglichkeit in einer der internationalen Klassen am AGB unter Beweis stellen. Mit dem Teknikum in Växjö, Südschweden, hat sich eine geeignete Partnerschule gefunden: Die schwedische Schule hat eine ähnliche Aufgabe im Bereich der
Integration durch Schulbildung bekommen wie das AGB in Löhne. Informatik ist für die schwedischen Schüler ebenfalls ein Lernschwerpunkt, zu dem jedoch noch praktische Fertigkeiten rund um die handwerkliche Erstellung von kleineren und größeren Lerngeräten (z.B. kleinere Arduino Anwendungen, „Arcade“ Maschine) hinzukommen. Für die Erstellung eines Lernträgers auf Arduinobasis war der passende Partner gefunden. Der eigentlichen Erstellung des Lernträgers ging eine lange Planungs-phase voran, in der die beteiligten Schüler via Skype und Mail Kontakt miteinander aufnahmen, um sich kennenzulernen und dann in die Ideenfindung einzusteigen. Schulischerseits wurden in dieser Phase Basics der Programmierung unterrichtet sowie Hintergrundwissen rund um das Thema Migration: Geschichtliche Zusammenhänge, wirtschaftliche Ursachen aber auch ethische Herausforderungen waren Gegenstände des Lernens, das mit SOL Methoden strukturiert und nachhaltig durchgeführt wurde.

Neben den Exkursionen im Vorfeld waren die beiden Begegnungen im November 2017 in Växjö und im März 2018 in Löhne die Hauptaktivitäten bzw. Höhepunkte des Projektes. Bei der ersten Begegnung wurden drei Lernträger fertiggestellt, die die oben beschriebene Aufgabe übernehmen sollten. Bei der
zweiten Begegnung wurde der Unterricht mit diesen Lernträgern konzipiert und durchgeführt, flankiert von Exkursionen und Informationen rund um das Thema IT bzw. Migration. Letztlich eingesetzt wurden in dem von den Schülerinnen und Schülern erarbeiteten Lernkonzept zwei der von ihnen entwickelten Lernträger: Ein selbstgebautes und programmiertes „Tic Tac Toe“ Spiel sowie ein „Vier gewinnt“ Spiel. Zum Lernkonzept gehörte die intensive Auseinandersetzung mit den jungen Migranten als Zielgruppe. Es ist gelungen, deren Interesse am Arbeitsfeld „IT“ mit einfachen Mitteln und beiden Lernträgern messbar zu steigern. Ein Großteil der IK Schüler konnte sich nach den Lerneinheiten eine spätere Tätigkeit im Bereich „IT“ vorstellen.

Das entwickelte Konzept eignet sich auch für Interessenten anderer Schulformen, die auf der Suche nach dem passenden Bildungsschwerpunkt für die SEK2 nicht recht wissen, was sie im Bereich Informatik beruflich sowie schulisch erwarten können. Es ist darum angestrebt, dass die im Projekt entwickelten Ergebnisse in den kommenden Jahren weiter am AGB zum Einsatz kommen können.

Jimdo

You can do it, too! Sign up for free now at https://jimdo.com/